Liebe Leser von “Ein max, ein Wort”.
Im Herbst 2007 erlitt ich mit meinem Lotus Elise einen beinahe katastrophalen Unfall. Für mich ist er glimpflich abgelaufen. Ich möchte wissen, ob in den vergangenen Jahren in der Schweiz jemand mit einem Lotus Elise verletzt oder getötet wurde.
Wenn man sich den Unfallhergang vergegenwärtigt, so hatte ich unglaubliches Glück und auf jeder anderen Strasse hätte ich selber getötet werden können und auch andere Verkehrsteilnehmer wären in grosser Gefahr.
Der Kühler des Lotus Elise verlor kurz vor einer scharfen Linkskurve Flüssigkeit. Die glitschige Frostschutzflüssigkeit sammelte sich auf dem Unterboden, wurde durch die Zentrifugalkräfte auf das Vorderrad getrieben und von dort auf die Hinterräder gespritzt. In der Kurve trieb das Auto auf die Leitplanke zu, beim Auslenken aus der Kurve dann geriet es ins Schleudern während gleichzeitig die gefürchtete Dampf-Fontäne aufstieg und die Sicht verhinderte. Wie ein Rennauto auf der Öllache flog ich aus der Kurve und in die Heuballen, die der Emmentaler Bauer freundlicherweise für seine Mutterkühe bereitgestellt hatte.
Ein solcher Unfall wäre vermeidbar, wenn das Auto auf dem Stand der Technik ausgerüstet würde. Der Kühler ist mangelhaft konstruiert. Dieselben Probleme treten seit mehr als 15 Jahren ab und zu auf, sind den Mechanikern und vielen Fahrern bekannt. Leider verschlampt der Hersteller in England, einen Rückruf des Fahrzeuges zu machen und den schlecht konstruierten Kühler mit einem zuverlässigen zu ersetzen. Bei einem Auto, das neu ab 50’000 Franken und locker bis 90’000 kostet, ist es ein unverschämte Frechheit bei einem solchen Bauteil 400 Franken einzusparen.
Wie Ihr merkt, hat diese Nachricht in keiner Weise mit den übrigen Belangen meines Blogs zu tun, die da wären: Familie, Familienwerte, Kindererziehung, destruktive Emanzen, linke Meinungsmache in den Mainstreammedien, Behördenpropaganda und der Marsch durch die Institutionen der Alt-68er.
Hier geht es darum, das interessierte Publikum zu informieren, nämlich die Lotus Enthusiasten in der Schweiz. Mein Blog ist gut mit den Suchmaschinen vernetzt und die einschlägigen Internetforen wurden vom betreffenden Garagisten mit massiven finanziellen und rechtlichen Drohungen in die Knie gezwungen.
Das Hobby.
Wie einige von Euch mitbekommen mögen, bin ich eine zeitlang als Hobby Sportwagen gefahren und zwar eine knallgelbe Lotus Elise, Jahrgang 2004 mit dem Standard Rover K Motor mit 120 PS. Meine Gesundheit ist eingeschränkt, so dass meistens nur kurze Fahrten durch die Emmentaler Höger in Frage kamen. Hingegen gibt es hier etliche kurvige Nebenstrassen, die genug breit sind, dass man darauf kreuzen kann.
Man ist ausserorts, darf 80 fahren, hat ein Auto mit geringem Gewicht und muss auf Sichtweite anhalten können. Das ist mit solch guten Bremsen und Semislicks auf den Rädern eine extrem kurze Distanz. Begrenzend wird hier definitiv die Reaktionszeit und nicht der Bremsweg. Ausserdem muss man das Auto unter Kontrolle behalten, sollte es mit seinem Mittelmotor je ins Übersteuern geraten.
Für meine Sicherheit sehr nützlich waren a) das Fahrsicherheitstraining bei TCS, Übungen auf der Schleuderplatte, beim Bremsen und Lenken auf glitschiger Unterlage. b) der Corbeau-.Schalensitz mit 4-Punkt-Gurt.
Explodierender Kühler an Lotus Elise
Lese ich die einschlägigen Elise-Foren, so begegnet mir ab und zu die Geschichte, dass bei diesem Auto der Kühler plötzlich, ohne Vorwarnung zerplatze. Das hat potentiell katastrophale Folgen, auch wenn bisher kein tödlicher Unfall bekannt geworden ist.
Meine Umfrage sowohl bei zwei spezialisierten Mechanikern wie auch im englischen Forum Seloc.org ergaben eine grobe erste Schätzung. Ich gehe davon aus, dass bei ca. jedem sechsten Lotus Elise mit Rovermotor innerhalb der ersten 40’000km der Kühler undicht wird. In ungefähr jedem sechzigsten Auto explodiert der Kühler ohne Vorwarnung, ohne vorherigen Flüssigkeitsverlust, mitten auf der Fahrt.
In den meisten Fälle spritzt eine riesige Fontäne von Frostschutz-Wassergemisch über die gesamte Windschutzscheibe. Die Sicht nach vorne wird total verunmöglicht, der Fahrer eines Sportwagens muss vollkommen blind sein Fahrzeug in voller Fahrt unter Kontrolle behalten und einen Platz zum Anhalten finden – ein Kommentator war in Australien in einem unbeleuchteten Tunnel mit 100km/h unterwegs.
Wer zusätzliches Pech hat, der sitzt mit offenem Verdeck in diesem Cabriolet, hat einen für England gebauten Rechtslenker und im Stau in der Londoner Innenstadt oder in Montpellier explodiert der Kühler, die Fontäne von 100°C heisser Flüssigkeit spritzt über die Windschutzscheibe dem Fahrer über Brust, Hände und in den Schoss. Dem sagt man dann auf Berndeutsch “gschwellte Eier”.
Ein Kommentator beschrieb den exakt gleichen Vorgang, der auch mir passierte. Er war allerdings bei einem Fahrtraining auf einem Flugplatz. Als bei seinem Auto der Kühler barst, und die Flüssigkeit nach unten verlor, da rutschte er von der Betonpiste in das Grün hinaus. In dieser Trainingssituation hatte das keine weiteren Folgen.
Das grosse Argument in seloc.org mag ich nicht gelten lassen: Es sei schliesslich noch nie jemand getötet worden. Hätte ich denselben Unfall auf einer Wendeplatte an der Grimsel gehabt, dann wären meine für Transplantationen verwertbaren Überreste am nächsten Tag gross im Blick diskutiert worden. Dabei hätte man ein mit Trauerflor umkränztes Foto eines lustigen Gesichtes mit frölichem Lachen und leuchtend blauen Augen vorgeführt. Pfützen von Frostschutzflüssigkeit hätte keiner gesucht auf dem Beton. Dort wäre nämlich der Pneukran gestanden, der mit langem Arm in die Granitsteppe hinuntergreift und das zerrissene Wrack emporhievt.
Haftung
Das Auto war seinerzeit vom Erstbesitzer im Autozentrum West St. Gallen gekauft worden. Die beiden Mechaniker jener Garage konnten daraufhin regelmässig sämtliche Service machen. Direkt nach dem Unfall telefonierte ich mit dem Mechaniker Peter Hotz und beschrieb den Ablauf. Ich konnte mir das alles nicht erklären: Die Strasse war trocken, das Wetter sonnig, die Strecke kannte ich gut.
Peter Hotz war es, der mich auf die Unfallursache brachte. Er sagte mir, ich solle auf der Strasse nach Spuren von Kühlerflüssigkeit suchen und auch am Auto. So wie ich das beschreibe, töne das, als sei ich auf meinem eigenen Kühlerwasser ausgerutscht. Er kenne das Problem von anderen Kunden. Für ihn sei das die naheliegendste Erklärung. Peter Hotz war früher technischer Leiter eines Motorsport-Teams. Ich traute seinem Rat und fand die angegebenen Spuren.
Die weiteren Abklärungen der Unfallursachen hat dann ein technischer Experte zusammen mit Peter Hotz gemacht. Ein von meiner Rechtsschutzversicherung bezahlter Anwalt kam zum Schluss, dass die Garage und ihre Mechaniker die vertragliche Nebenpflicht hatten, mich auf diesen Mangel beim Lotus Elise aufmerksam zu machen und mir den Ersatz des Kühlers vorzuschlagen.
Ich bringe das Auto nicht nur für den Ölwechsel in die spezialisierte Garage sondern darf als vertragliche Nebenpflicht zu recht erwarten, dass man mir ein verkehrssicheres Fahrzeug aushändige. Nachdem schon mehrmals Kunden der Autozentrum West AG ähnlich plötzliche Defekte an ihrem Auto erlitten hatten, war es die Pflicht der Garage, mich auf dieses Sicherheitsproblem aufmerksam zu machen und eine Lösung vorzuschlagen. Tatsächlich hat Peter Hotz routinemässig bei Kundenfahrzeugen die Kühler ausgewechselt. Warum er mich nicht vor dem Unfall darauf hinwies, weiss ich nicht.
Diese Unterlassung begründet eine vertragliche Haftung der Auto-Zentrum West AG in St. Gallen. Den Schaden schätzten wir auf bescheidene 10’000 Franken und forderten diese von der Auto-Zentrum West AG ein. Für mich ist das das einzig unschöne an der ganzen Angelegenheit: Peter Hotz hat sich ehrlich, mit vollem Einsatz und grosser Geduld der Aufklärung der Unfallursche gewidmet und jetzt sollte sein Arbeitgeber für den Schaden zahlen!
Die Garage nahm sich einen Anwalt, um zu verhandeln. Dieser Anwalt hatte allerdings keinerlei sachliche Einwendungen sondern nur rechtliche. Es war ziemlich offensichtlich, dass da die Argumente fehlten. Ende 2009 betrieb ich dann die Auto-Zentrum West AG auf 9900 Franken. Der Rechtsvorschlag wurde unterlassen, das Geld überwiesen. So sieht das nach einem hübschen happy end, nach einem weiteren Erfolg in den Schlachten von max aus.
Dann im Februar 2010 schickte mir der Anwalt von Auto-Zentrum West AG, Reto Diggelmann, einen Brief, man werde das Geld wegen Nichtschuldens (SchKG, Art. 86) zurückfordern. Gleichentags schrieb dieselbe Auto-Zentrum West AG an das schweizerische Lotus Forum einen eingeschriebenen Brief, man werde die Forumsbetreiber verklagen, falls sie je noch einmal Pieps sagen würden über die Auto-Zentrum West AG, über deren Chef-Verkäufer Arthur Schneider oder deren Direktor René Suter. Die Firma hatte offensichtlich Angst, dass mein Fall diskutiert würde.
Strafbarkeit
Nun denn, die Auto-Zentrum West AG ist gehörig informiert über die Probleme mit diesem Auto. Sollte je in der Schweiz ein Kunde von Auto-Zentrum West AG verletzt oder getötet werden, so wäre die Auto-Zentrum West AG schadenersatzpflichtig. Deren handelnde Organe und Angestellten wären zudem strafbar wegen Körperverletzung, allenfalls auch fahrlässiger Tötung.
Meine Frage an meine Leser: Gab es in der Vergangenheit Lotus Elise, mit denen Menschen verletzt oder getötet wurden?
Betroffene möchten bitte das Kontaktformular oben im Blog nutzen. Zuschriften werden diskret behandelt. Die Angaben werden in keinem Fall weitergegeben ausser mein Korrespondent erklärt sich ausdrücklich einverstanden.

Hallo,
durch Zufall bin ich auf Deinen Blog gestossen.
Nach dem Lesen fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Mir passierte letztes Jahr etwas ähnliches. In einer Kurve die ich schon öfters mit derselben Geschwindigkeit durchfahren hatte verlor ich plötzlich die Haftung an den Hinterrädern. Gott sei Dank ist weiter nichts passiert ausser einem grossen Schrecken. Nicht auszudenken, wenn mir ein Auto entgegen gekommen wäre oder…
Ich konnte mir lange nicht erklären weshalb, denn es herrschten an diesem Tag Idealbedingungen. Kurz nach diesem Ereignis entdeckte ich, dass mein Kühler undicht ist. Allerdings habe ich einen MK2 mit Toyota Motor.
Lt. diversen Foren ist dieser auch hier eine Fehlkonstruktion, da ich offensichtlich nicht der Einzige mit diesem Problem bin.
Jedenfalls bin ich nun froh, daß ich die Ursache dafür gefunden habe.
Ich wünsche Dir bei Deiner Recherche noch viel Erfolg!
Gruß, Jürgen
Hallo Jürgen
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Freundliche Gruesse max