Lotus Elise – Der Murks nimmt kein Ende.

Vor Gericht erzählte uns Peter Hotz als ehemalige Mechaniker von der Autozentrum West AG eine lustige Geschichte von wegen, “nääi, divoo han ig nüd gwüsst, dass bem Elise de Chöeler äifach su kapott goht.” Es ging in dem Prozess um meinen Lotus Elise. Deren Kühler war in voller Fahrt explodiert und beim Auslenken aus der Kurve war das Heck auf dem schmierigen Kühlmittel ausgebrochen. In der Woche danach fragte ich einen Kollegen und angefressenen Lotus Fahrer, ob er das dem Peter Hotz glaube, dass der überhaupt nichts gewusst hatte vor meinem Unfall.

Nun, denn, da erfahre ich eine erstaunlich Geschichte:

Mein Kollege war vom Schallenberg heruntergekommen. In normalem Tempo eine langgezogene Kurve entlanggefahren, plötzlich und ohne Vorwarnung mitten in der Fahrt verschnetzelt es ihn, das Auto schleudert quer weg, fliegt in einen Graben und krachend in einen Baum. Der anwesende Bauer alarmiert die Polizei und meldet, die Ambulanz könne man sich sparen, das habe so geknallt, dass da sowieso nur noch ein Toter zu bergen sei. Zwei ortsansässige Burschen im VW Golf waren hinterhergefahren und bezeugten das gemächliche Tempo meines Kollegen. Das Zeugnis erspart ihm schliesslich den Führerausweisentzug, nicht aber die saftige Busse von wegen “Nichtbeherrschen des Fahrzeuges”.

Die zerschmetterte Elise wird zur Autozentrum West AG nach St. Gallen transportiert. Nebst einer grossen Zahl anderer Schäden und einem zerschmetterten Heck wird auch eine gebrochene Spurstange, die sogenannte “tow bar” festgestellt.

Recherchen im Internet ergeben, dass dieses Teil regelmässig, ohne Vorwarnung, ohne dass der Mechaniker im voraus eine Ermüdung des Materials hatte diagnostizieren können bricht. Das Auto wird unlenkbar. Es gibt keine Möglichkeit wie auch immer für den Fahrer, sicher anzuhalten. Was ihm einzig übrigbliebe, wäre voll auf die Klötze zu gehen, das Bremspedal mit voller Wucht durchzudrücken, um wenigstens die Wucht des unvermeidlichen Aufpralles zu mindern.

Wir finden youtube Videos, die solche Vorfälle dokumentieren. Am spektakulärsten ist das Video von dem Fahrer auf der Nordschleife. Auf einer harmlosen Geradeausstrecke passiert das Unglück. Ein nachfolgender Fahrer hatte per Zufall eine Videokamera vorne im Auto. So wurde der Vorfall verewigt.

Was nun sagte der Mechaniker Peter Hotz zu diesem Geschehen? Klar, solche Spurstangen brechen, das sei bekannt. Mein Kollege bat deshalb um eine schriftliche Bestätigung, dass die Spurstange gebrochen war und dass dieses die Unfallursache sein könne. Die Antwort war, man habe schon eine Klage von mir am Hals und man wolle keine weiteren solchen Scherereien. Schriftliches gebe es nichts. Fazit meines Kollegen: “Die in St. Gallen hatten den Gagg in der Hose wegen Dir!”

Normalerweise würde jeder renommierte Autohersteller einen Rückruf veranstalten und solche Mängel an seinen Fahrzeugen beheben. Nun ist es leider so, dass Lotus kein renommierter Autohersteller ist, sondern eine englische Bastlerbude. Die reden sich lieber heraus, anstatt die Probleme mit Spurstange und Kühler in Ordnung zu bringen. Schade ist, dass die Autozentrum West AG als grösster Lotushändler der Schweiz es versäumt, sich für die eigenen Kunden einzusetzen und beim Hersteller zu intervenieren!

15 Antworten zu Lotus Elise – Der Murks nimmt kein Ende.

  1. Zur Justiz auch bei mir wieder unter http://ioannis832.blogspot.com/.

  2. So ein gefärliches Geschoss würde ich einfach verschrotten.

  3. sollte natürlich gefährlich heissen.

  4. hmm…, jim clark starb in einem lotus, jochen rindt starb in einem lotus und ronnie peterson starb auch in einem lotus – die renner standen immer im ruf hart am limit gebaut zu sein, was sie allerdings auch zu ganz schnellen boliden machte, die oftmals der konkurrenz weit voraus waren. rindt fuhr seinen lotus 49 in einem formel 1 rennen sogar mal ohne heckflügel, weil das auto so schneller war. 1969 im grand prix von spanien in barcelona flogen gleich beide lotus 49 aus dem rennen, weil ihre filigranen heckflügelkonstruktionen brachen. die leichten lotus rennwagen bewegten sich immer auf einem schmalen grat, fürwahr.

    die spitfire von triumph liessen auch gerne mal ein rad liegen wegen aufhängungsbruch. ihre elise befand sich also in bester britischer gesellschaft mit ihren tücken.

    bond, james bond, überlebte hingegen seine lotus-periode, was allerdings nicht wirklich überrascht.

  5. Huch, die Nachricht von einer gebrochenen Spurstange erzeugt soviele Kommentare. Ihr habt den max wohl sehr vermisst!

    @Auguste
    1) Wir reden von einem Strassenauto. Vermutlich ist das die wichtigste Fehleinschätzung des Mechanikers Peter Hotz. Er hat seine Sporen abverdient als Leiter eines Rennteams. Er sieht seine Aufgabe augenscheinlich darin, die Autos möglichst schnell wieder zurück auf der Piste zu haben.

    Eine Strasse ist keine Rennstrecke. Das ist nicht nur, weil man dort unbeteiligte gefährdert, sondern auch, weil keine Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind. Mein Kollege und ich hatten beide das Glück, dass unsere Unfälle im Emmental passierten und nicht an der Grimsel. In den Alpen hätten wir beide nicht überlebt. Bei mir hat der Bauer netterweise eine grosse Beige Heuballen bereitgestellt. So war ich gut geschützt.

    2) Sie schreiben über eine Zeit bei den Formel 1 Rennen, als sowieso sehr viel mehr Fahrer starben als heute. So um die drei bis vier Tote pro Jahr waren normal. Schutzeinrichtungen am Fahrzeug und auf der Strecke gab es so gut wie gar keine.

    Die Heckspoiler waren 1969 noch nicht etabliert. 1968 gab es sie überhaupt noch nicht.

  6. 15. Oktober 2011 um 22:28 war nicht ich. Jemand findets wieder mal witzig, als andere Leute aufzutreten.

  7. hmm…, in der tat, max, was treiben sie so in diesem prachtsherbst im bärnbiet?

    noch eine woche, orlando, dann haben wir es überstanden und es geht weiter wie bisher: rechts, ein holzschnitt – links, eine rote leinwand und in der mitte ein kandinsky – fertig ist die ausstellung: eidgenössische konkordanz. keine augenweide zwar, aber s’tuets.

  8. Folgendes sind die Verbindungsdaten für den falschen Orlando vom 15. Oktober:

    Der Absender ist Swisscom Kunde und also in der Schweiz anzutreffen mit seinem iPad.

    ***************************************************

    IP Address 46.14.224.128

    Operating System Macintosh MacOSX
    Browser Safari 1.3
    Mozilla/5.0 (iPad; U; CPU OS 4_3_3 like Mac OS X; de-de) AppleWebKit/533.17.9 (KHTML, like Gecko) Version/5.0.2 Mobile/8J3 Safari/6533.18.5

    Time of Visit Oct 15 2011 10:19:36 pm
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  9. Danke Max. Habe die Ip lokalisiert. Jemand aus Baar vermisst offen-bar die Bar :-)

    August, ich glaube, die rote Leinwand ist in Wirklichkeit einfach nur eine Wand. Manch einer ist schon draufgeknallt und hat sich eine blutige Nase geholt. Andere haben ein Brett vorm Kopf. Aus Holz. Daraus kann man immerhin etwas Nützliches zimmern, z.B. eine Wickelkommode. Und dazwischen ist die Mitte, Hmm, mir fällt schon gar nichts Lustiges mehr ein zur Mitte. So schlimm steht es schon!

    Wir sehen uns jenseits der 30%-Marke, Kandinsky!

  10. He, Max, jetzt wird wohl gar niemand mehr bei Ihnen kommentieren, weil sie Angst haben, dass sie sie lokalisieren ;-)

    Meine Detektivarbeit geht heute weiter. Vielleicht liest ja morgen mal jemand seinen Namen hier und auf anderen Foren. Autsch! Er wird sich wünschen, er hätte nicht meinen Nick geklaut…

  11. hmm…, die würfel sind gefallen, orlando – es bleibt bis auf weiteres beim diesseits der 30% marke und “50% schlüer” musste wieder bittere abwahl-medizin schlucken. zweimal hintereinander abgewählt zu werden – respekt! das einzige profil der bdp, das ich erkennen kann ist ews – a beacon in a sea of boredom. gefallen hat mir auch “hoppla, waren da wahlen?” -leuenberger und seine öko-kommunisten. die truppe stand am bahnhof, als das schiff reinkam. ein bäumle, noch mehr grün und das magische wort “liberal”, das in seiner politischen vieldeutigkeit hierzulande wohl nur noch von “konkordanz” übertroffen wird, waren offenbar anziehender als das liberale original ohne grün, dafür mit stoppeln untenrum. dass man mit orange keine kampfjets anmalen und gleichzeitig familienpolitik überzeugend colorieren kann, wissen wir jetzt auch definitiv. und im roten lager grübelt man darüber, ob der stillstand nun erfolg oder misserfolg war und wie immer herrscht dort überbordende einigkeit – darauf einen wermuth.

    als kandinsky fan könnte ich eigentlich zufrieden sein, auch wenn nicht jeder klecks und strich mein politisches herz in wallung versetzt.

    ob das rickli-resultat wohl in zukunft nr-kandidaten/innen dazu verleiten wird, ihr haar für den wahlkampf zu blondieren? auch innerhalb jener truppe eine borende frage.

  12. Brilliant, Auguste!
    Mit Abstand der beste Kommentar, den ich während dieser ganzen tranigen Woche gelesen habe. Ausser Thomas Wyss’ Geschreibe am Dienstag im Tagi (Link fehlt leider, weil sie gerade Herbstputzete machen):

    Ich freue mich, dass sich bei solchen Leuten der (Anti-)SVP-Krampf zu lösen beginnt. Zugegeben, es wird etwas langweilig in nächster Zeit, auch für mich als Blogger (aber das wäre es bei einem 35%-Sieg auch geworden, weil Oppositon ist halt doch lustiger als staatstragende Vernünftigkeit).
    .
    Aber wenn sich in ein paar Jahren die kompass- und letztlich profillosen Profilneurotiker vom Schlage eines Bäumle und Grunder (und EWS) sich vor ihren Wählern als das herausgestellt haben was sie sind – ahnungslose Windfahnen mit viel Grün hinter den Ohren – wird sich auch dieses Problem von selbst wieder lösen.

    Sei’s wie’s will: alle müssen sie jetzt über die Bücher und mit ihren Scherbenhaufen etwas anfangen – wobei: ein Scherbenhaufen von 26% ist nicht gar so übel.

    Derweil freue ich mich auf den alten Blocher in der Wandelhalle, manchem seiner Hasser wird es die Magengegend zusammenziehen, wenn der dort wieder dauernd aufkreuzt und sein höhnisches Lachen ablässt. Hoffentli gibt er den Zweit-Zutrittspass fürs Bundeshaus seinem Bruder Gerhard! Den müssten sie jedesmal wegen seines Sackmessers scannen…pip-pi-piiiiieeeep

    Wer hat am meisten Stimmen von allen NR der ganzen Schweiz gemacht? Rickli for president!

  13. Und dann würde mich noch interessieren, wo denn Augusts “politisches Herz” schlägt, wem denn seine Stimmkraft zukam?

    Zwar weiss ich von einer Piratenpartei, von einer Klownpartei ist mir bislang nichts bekannt. Wahrscheinlich ist da statt eines “politischen Herzens” auch bloss eine Blume, aus der Wasser spritzt.

    To remain uninvolved is the simplest approach.

  14. hmm…, orlando, für mich war das schlüsselgelände in diesem wahlkampf das “stöckli”. ergo, musste ich wohl oder übel meine stimme jener mittepartei geben, um die man in der kleinen kammer nicht herumkommt.

    enttäuscht war ich von der wahlbeteiligung. wie jeder zweite wahlberechtigte der auffassung sein konnte, dass es so wie es kommt, schon recht kommt, ist für mich nach den erfahrungen der letzten legislatur nicht wirklich nachvollziehbar. aber demokratie ist eben auch, dass man zu hause bleiben darf am wahltag.

    als völliger idiot käme ich mir hingegen vor, wenn ich ein grüner wäre. in zeiten von klimawandel und energiewende einen fast sicheren regierungssitz nicht zu erobern, nur weil egos und eitelkeiten im wege stehen, ist wohl die grösste politische dummheit der letzten jahre. alleine kommt kein grüner flügel je in den bundesrat. selbst eine lahme fdp mit fikus wird in der schweiz immer mehr unterstützung finden als die grün-liberalen und sp-öko-sozialismus schlägt grünen öko-kommunismus auch mit leichtigkeit. spaltung in der ideologie-nische?die berufsbezeichnungen und titel auf den listen dort waren weit eindrücklicher als die denkleistung der kandidaten im politalltag. schwachköpfe.

    noc

  15. Sie meinen die freischaffenden Lebensabschnitts-Projektmanager und gemeinnützigen Berater mit sozialtherapeutischem Fachausweis?

    Das Problem ist, dass die FDP mit ihrem Larifari-Kurs den Eindruck einer sehr dispersen, zwar elegant gewandeten aber allzu relaxten bunt-gemischten Freidenker-Truppe macht, auf die es eben nicht mehr wirklich ankommt. Die wirklichen Freisinnigen sitzen heute in der SVP und müssen sich dort mit den Bauern und den Fremdenfeinden herumplagen.

    Tatsache ist – und dies als vorläufige Analyse meinerseits – eine Erosion des Bürgerlichen in der Schweiz. Die Wähler wollen unverbrauchtes, junges, urban-schickes Personal, das irgendwas von “Nachhaltigkeit” und “Solarpanels” und “sozial” schwafelt und deren Smartvote-Profil so ungefähr nach allen Seiten maximal ausschlägt und somit maximal zum Profil des ahnungs- und orientierungslosen durchschnittlichen 20Minuten-BlickamAbendleser passt.

    Ich finde das Jammern wegen der tiefen Stimmbeteiligung verfehlt. Wer nid wott, hett gha.

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