Rösti abgraben.

Man könnte es als Witz lesen und in Tränen ausbrechen vor lauter Lachen. In der Bernerzeitung vom 18. November finden wir die Meldung, dass die Berner Rösti zum UNESCO Kulturgut erwählt wurde.

Zwei Dinge sind allerdings nicht witzig an dieser Geschichte:
1) Mein Kommentar zu dem Zeitungsartikel war zu politisch und wurde zensuriert.
2) Die Politik zu solcher UNO-Blödelei ist alles andere als schmackhaft.

Hier mein zensurierter Kommentar, wie ich ihn an die Bernerzeitung geschickt hatte:

UNESCO Kulturgüter sind eine Errungenschaft des Kalten Krieges. Bestimmte historisch und kulturell wichtige Orte, Bauten, Museen sollten von sämtlichen Kriegshandlungen ausgenommen werden – einen ähnlichen absoluten Schutz bekommen, wie zum Beispiel mit dem Roten Kreuz bezeichnete Ambulanzen.

Die Russen sollten mit ihren Panzern nicht bis zum Berner Zytglogge vorrücken, die Schweizer durften ihn nicht mit einmal mit dem Bajonett verteidigen. Der Stadtkern wäre im Kriegsfall mit einem diagonalen weissen Kreuz auf blauem Grund markiert worden.

Nun denn, der Kalte Krieg ist vorbei. Die Russen kommen, so meinen wir, nicht mehr. Die UNESCO-Kulturgüter brauchen den besonderen Schutz nicht mehr weil die reale Gefahr fehlt.

Lösen wir die Büros auf? Sparen wir uns den Aufwand! Nein, wo sollen wir dann mit all den überflüssigen arbeitslosen Bürokraten hin?

Also eröffen sich diese Sesselfurzer neue Geschäftsfelder, machen Berner Röschti und Wiener Kaffeehäuser zu “Kulturgütern”. Vermutlich auch das Handörgelen und Alphornblasen.

Die Schweiz bezahlt ihren Beitrag an die UNESCO. Unsere Steuergelder versickern durch löchrige Fässer, suchen sich ihren Weg in den Untergrund. Jedes dieser Löcher ist nur klein. Die Ernennung der Berner Röschti hat die schweizerische Eidgenossenschaft kaum mehr als ein paar tausend Franken gekostet. Aber sind ein paar tausend hier, ein paar hundert da.

Am Schluss wundern wir uns, wenn wir kein Geld haben, um genug Ärzte auszubilden, kein Geld, um den Krankenschwestern ordentliche Löhne zu zahlen, kein Geld, um genug Lehrpersonal für unsere Universitäten anzustellen.

Wir halten mit unseren Steuergeldern wichtigtuerische Bürokratenapparate am Leben. Beamten sichern die ihre eigene überflüssige Existenz immer von neuem ab. Dieser Wasserkopf ist zum Eigenzweck geworden. Er gehört abgehauen!

2 Antworten zu Rösti abgraben.

  1. Superb, Max. Superb und überraschend wieder einmal.
    Das Land braucht mehr Denker wie sie!

    Exemplarisch auch die Geschichte des Pösteli-Zuschanzens um den Schoggiposten als Kommunikationschef der Schweizer UN-Mission in New York (den ich heute im Print-Tagi gelesen habe, der aber bezeichnenderweise auf dem solidlinken Newsnetz nicht erscheinen darf…!):

    Ein Job, der einst von einem devoten Deiss-Karrierebeamten geschaffen wurde, ein Job mit Jahresgehalt 178’000 Franken plus übliche Diplomatenspesen, ein Job den niemand wirklich braucht. Jetzt bekommt ihn Calmy-Reys langjähriger Underdog, der aber mit der SF-Korrespondentin Karin Bauer verlebensabschnittpartnert ist, die wiederum – was Wunder? – ebenfalls in New York stationiert wird. Und das ist gut so – denn das Päärchen darf sich nun gemeinsam in richtig wichtig und mondän dünken.

    Das EDA ist nun nicht gerade eine bürgerliche Hochburg nach fast 10 Jahren Calmy. Seine Mitarbeiter haben vor vier Jahren bei der Blocher-Abwahl auf dem Bundesplatz Champagner getrunken.
    Auch die SRG ist nicht gerade von rechtsnationalem Gedankengut durchdrungen. Aber weder dort noch in der Verwaltung braucht man ein Parteibuch oder ein Che-Guevara-Tattoo, um sich unter Genossen zuhause zu fühlen. .

    Schreit da jemand Parteifilz? Nein, weil keine SVPler in der Geschichte vorkommen.

    Köppel, übernehmen sie.

  2. @Orlando
    Danke für die Geschichte. Bin eine zeitlang in meinem eigenen Blog nicht vorbeigekommen. Die Verbürokratisierung unserer Schweiz bremst die Wirtschaft und verursacht extreme Kosten.

    Dabei muss man bedenken, dass vielerorts hochqualifizierte Fachleute das Weite suchen, weil sie nicht mitspielen, beim Formulare ausfüllen. Ich höre solche Geschichten von Krankenschwestern, die einen Drittel ihrer Arbeitszeit mit rapportieren und Formularen verbringen. Sie sagen mir, dass sie dafür den Beruf nicht erlernt haben und hauen ab. Gleiche Geschichten von Lehrern.

    Danach kann der Kanton klönen, er finde nicht genug Personal und die Doris Leuthard kann uns verzapfen, ohne Personenfreizügigkeit würden unsere Spitäler zusammenbrechen.

    In Warheit würden unsere Spitäler 20% weniger kosten und mit gut enlöhntem Schweizerpersonal bestens funktionieren, wenn man die Leute nur ihre Arbeit machen lassen täte.

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