Eine Frage der Erziehung.

Es gibt eine Sorte brutaler Wirklichkeit, die darf man in mamablog nicht zur Sprache bringen. Hier greift die alte Zensur. In der Alles-ist-möglich, Alles-wird-ausdiskutiert-Erziehung von heute kann das Nettsein, der Mangel an klaren Vorstellungen und eindeutigen moralischen Ansprüchen zum verheerenden Ende führen.

Wir lesen m Blick über den Mordprozess gegen den Kosovaren Sabit I. In einem anderen Blickartikel finden wir die Aussage des Vaters des Opfers Céline Franck, wie zuvorkommend der junge Mann doch war, wie höflich er sich vorgestellt hatte und dass er sie um 23 Uhr mit dem Auto abgeholt hatte.

Was hat eine Schulpflichtige um 23 Uhr noch im Ausgang zu suchen?

Ist einem Vater zu helfen, der den Umgang seiner minderjährigen Tochter nicht genauer unter die Lupe nimmt und wie offensichtlich nötig, auch Verbote ausspricht und durchsetzt?
Und richtig, wenn man einer pupertierenden Vorschriften machen will, dann muss man sich das schon lange vorher angewöhnt haben. Jetzt noch mit Erziehen anfangen ist ziemlich spät.

Der Tagesanzeiger bringt noch Details aus der Beweisführung dazu. Der Täter hatte schon vorher einmal der Céline das Schmetterlingsmesser an den Hals gehalten.

Wie lebensfremd, blind für die Wirklichkeit war dieses Mädchen wirklich?
Was ist nötig, damit Jugendliche ein Augenmass haben, merken, wem sie trauen können und die Notbremse ziehen, wenn es überhaupt nicht gut ist?
Können wir Jugendliche schützen, indem wir in den Schulen “Sozialkompetenz” einüben und dafür die Aufklärung über die brutale Wirklichkeit in unseren Städten verweigern?

Hinterher den Besserwisser spielen, über Fremde den Stab brechen, das soll nicht meine Absicht sein. Aber es hat keinen Sinn, der Problemstellung aus dem Weg zu gehen, aus solchen Vorfällen nichts zu lernen, so zu tun, als wären gängige gesellschaftliche Normen den Realitäten angemessen. Mit Totschweigen wie das mamablog gerne hätte, ändert sich leider gar nichts.

In der gesamten Berichterstattung wird im übrigen die Nationalität des Täters verheimlicht.

NACHTRAG: 13.5 Jahre Haft wegen vorsätzlicher Tötung. Nach der Meinung des Gerichtes war es also kein Mord. Die Fragen bleiben: Warum ist dieser Mensch überhaupt noch in der Schweiz? Wollen wir solche Leute hier in der Schweiz im Staatshotel beherbergen und füttern? Und: War das wirklich seine erste Straftat? Was ist mit Jugendstrafen?

2 Antworten zu Eine Frage der Erziehung.

  1. Ist es in diesen Dingen nicht so, dass ungbequeme Fragen, welche in der Konsequenz ein gründliches Hinterfragen langjähriger Entwicklungen andeuten könnten, einfach lieber abgewürgte werden, als dass man sie zulassen möchte?

    Beispiele gibt es massenhaft.

    Überbringer schlechter Nachrichten wurden früher auch schon mal hingerichtet. Wie wenn dies das Problem lösen würde, oder diese Person ursächlich für den Umstand der Nachricht verantwortlich gewesen wäre..

    Heute wird das Problem mit reichlich Sozialkompetenz gelöst. Die Ernsthaften, selbständig denkenen welche mit unbequemen Fragen oder Bemerkungen am Lack des Egos der Etablierten kratzen, werden vom Clan der Etablierten in irgend einer Form ausgegrenzt.

  2. @sturmfock
    Mal schauen, ob die drei neuen Betreiberinnen des mamablog sich etablieren können. Bisher sind sie es bei den Stammgästen unter mamablog Lesern noch nicht.

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