Was macht einen guten Journalisten aus?
Maxens allerste Frage zu politischen Themen ist legendär. Meine Eltern haben die Gewohnheit aus Kriegszeiten nie mehr abgelegt und hören grundsätzlich zum Essen Nachrichten und kommentieren diese auch.
So war ich also als dreijähriger Knirps aufmerksam mit den Nachrichten über den Sechstagekrieg beschäftigt und fragte:
“Was sind Raketen?”
Das war eine Kinderfrage und als Kind habe ich sie meinen Eltern gestellt.
Welcher von all den schweizerischen Journalisten kann die Funktionsweise einer Rakete erklären und den Unterschied zu einer cruise missile? Und abgesehen davon, welcher kennt das deutsche Wort für “cruise missile”?
Als Kind bin ich mit täglichen Tischgesprächen über afrikanische Politik und Ökologie aufgewachsen. Überall in unserem Haus hingen Bilder von Löwen, Antilopen, Gnus. Von der Stube die Treppe hinauf in mein Zimmer begleitete mich der Besuch der Königin von Saaba bei Salomon als traditioneller äthiopisch koptischer comic strip. Wenn ich zur Schule ging, dann führte der Weg die andere Treppe hinunter an einem Leopardenfell vorbei. Die Schuhe zog ich an sitzend unter einem Schild und zwei Speeren von Massai – der eine für den Krieg, der andere für die Elefantenjagd.
Als meine Eltern vor 50 Jahren in Ostafrika lebten, arbeiteten und reisten, da hatten die Engländer die Malaria längst ausgerottet.
Dann fanden unsere 68er und die “engagierten Journalisten” vom Fernsehen und Radio DRS, sie müssten Afrika befreien helfen von den bösen Kolonialisten.Der Vergleich zwischen Wahrheit und Lügenwahn war bei uns zuhause immer ein erfolgreicher Anfang für lange und lehrreiche Gespräche, Geschichten, Nachrichten, Erfahrungen.
Und wo sind wir gelandet? Eine neue Generation von Journalisten durfte vor einem Jahr Millionen sammeln, damit die Glückskette in Ostafrika die Malaria ausrotten kann. Dass solches Geld flächendeckend und vollständig von der Elite dieser Länder gestohlen wird, ist ein anderes Thema. Das Schweizervolk will betrogen werden.
Von meinen Eltern habe ich gelernt: Wenn Du Dich in der Sache nicht sicher auskennst, dann hast Du vier Möglichkeiten, die Qualität des Berichterstatters zu überprüfen:
1) Kann er es in ordentlichem Deutsch sagen? Leute, die mit fremdsprachigen Wörtern um sich werfen, haben meistens nicht über die Sache nachgedacht.
Heutzutage bietet sich Chüeplütter-Englisch an, wenn man als Journalist oder Politiker hochstapeln will. Wer etwas “kommunziert” anstatt sich mitzuteilen, hat bei max schon verloren.
2) Stimmen die Zahlen? Journalisten können für gewöhnlich nicht rechnen und machen bei den einfachsten Rechenoperationen in Zeitungsberichten die übelsten Fehler.
Stimmende Zahlen sind ein Hinweis, dass der Journalist sachkundig ist. An der Sachkunde fehlt es bei den allermeisten Journalisten. Ein paar Semester Germanistik, Politologie oder Historikstudium genügen nicht mehr, um sich in der Welt auszukennen. Noch schlimmer sind da nur noch die “Medienwissenschafter”.
Bitter fehlen die Naturwissenschafter an allen Ecken und Enden im gesamten Bereich der Tagesmeldungen. Die allgegenwärtigen technologischen Vorgänge müssen ordentlich beschrieben werden. Es genügt nicht, wenn Gene böse sind und Atome gefährlich.
3) Enthält die Nachricht wirklich Neuigkeiten oder ist sie ein Abklatsch von dem, was wir schon hundert mal gehört haben?
Das ist die aktuelle Saumode der Bubi und der Germanistinnen auf der Tagi-Redaktion: Sie kopieren sich selber, kopieren das Archiv, kopieren verstaubte linke Vorurteile, kopieren Pressemitteilungen von Regierung und Interessenverbänden.
Nur recherchieren tun sie nicht und vom Nachdenken bekommen die allermeisten Kopfweh.
4) Ist die Nachricht in sich stimmig? Widersprüche, Sprünge in den Überlegungen, all das zeigt auf unvollständige Kenntnisse.
Solche Plausibilitätsprüfungen erfordern Erfahrung und Disziplin. Man kommt mit der Zeit darauf, was man glauben kann und was nicht.
Nutzlos hingegen ist die Frage, ob die Information selber plausibel sei. Es gibt nichts, was es nicht gibt auf dieser Welt. Es gibt leider zuviele Journalisten, die gar nicht merken, wenn es etwas neues zu sehen und zu berichten gäbe.
Den heutigen Journalisten fehlt die Neugierde. Der Beruf ist zum Schattengespenst der Demokratie geworden.
Das Volk will betrogen werden. Und solange das so bleibt, können unsere linken Laferi bei den mainstream Medien machen, was immer sie wollen, wie schlampig sie wollen, wie unfähig sie auch sein mögen, wie unbedarft, unwissend, eingebildet und letztlich unnütz sie auch sind.
Und wie man sich mamablogmässig über die traurige Wahrheit wegbescheisst, das lesen wir bei Orlando’s Bar: Gestammel und Unehrlichkeit zum Jahresende.
Zensur wie in mamablog ist in unseren SP-treuen Tagi-Zeitungen und im Staatsfernsehen gewöhnlich und normal. Zensurierte Diskussionen sind schlimmer als jede Lüge: Damit täuscht die Redaktion das Publikum über die Zusammensetzung und die Meinung des Publikums. Man gibt dem Publikum die Illusion einer freien Diskussion und manipuliert auf dem Weg die öffentliche Meinung.
Manipulierte Meinungen schränken auch die Erkenntnis ein. Das ist für diese weltoffene, weltweit vernetzte, vom weltweiten Handel abhängige Schweiz sehr viel gefährlicher als den meisten klar ist.
In dem Sinn wünsche ich mir für das neue Jahr fähige, neugierige, wahrheitstreue, denkende, sachkundige Journalisten für die schweizerischen Zeitungen. Insbesondere nötig wäre eine brauchbare Konkurrenz zum linkslastigen, selbstbezogenen, elitär-verlogenen Journalismus des Tagesanzeiger Konzerns.
